Die vorliegende Untersuchung versucht anhand der Betrachtung der sowjetischen Dorfprosa, Rückschlüsse über die soziokulturelle Beschaffenheit der sowjetischen Bevölkerung der 1950er bis 1970er Jahre zu ziehen. Den Autor interessiert hierbei vor allem das Spannungsgeflecht zwischen dem Regime, den Schriftstellerverbänden und den Autoren. Es steht dabei die Frage im Vordergrund, welche gesellschaftliche Funktion Literatur in der Sowjetunion erfüllte. Im Sinne einer konstruktivistischen Gesellschaftsauffassung wird Literatur als ein Mittel sozialer Kommunikation und Interaktion betrachtet. Die politische und gesellschaftliche Rahmenlage ist bei diesem Vorgehen von entscheidender Bedeutung, denn in der Regierungszeit Nikita Chruschtschows hatte besonders die durch ihn eingeleitete Entstalinisierung einen entscheidenden Einfluss auf soziale Diskurse innerhalb der sowjetischen Gesellschaft und prägte darüber hinaus die zeitgenössische Literaturlandschaft nachhaltig.
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