Ein Dokumentarfilm solle „Realität abbilden“; meinen viele. In dieser filmtheoretischen und -analytischen Arbeit über den US-Dokumentarfilmer Errol Morris zeigt Matthias Holtz, warum das nicht geht und wie Morris’ Filme ganz andere Effekte erzielen. Er konzentriert sich auf „The Thin Blue Line“ (1988), der einen Polizistenmord untersucht, und „Fast; Cheap & Out of Control“ (1997), der auf der essayistischen Montage von vier Interviews beruht. Morris’ Filme streben keine endgültige „Wahrheit“ an. Mit Hilfe von Modellen wie dem russischen Formalismus, kognitiver Filmtheorie und den „kritischen Modi“ nach Nichols stellt Holtz heraus, wie Morris’ Filme den Zuschauer stattdessen emotional berühren und zur Reflexion anregen. Die Arbeit nähert sich der Frage, was dokumentarische Filme überhaupt leisten können. Quasi nebenbei gibt sie eine Einführung in die Theorien, die man kennen sollte, um die Machart von Dokumentarfilmen zu durchschauen.
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