Band 28. Komödie. Troilus, der Sohn des trojanischen Königs Priamus, liebt Cressida, deren Vater, der Priester Kalchas, zu den Griechen übergelaufen ist. Doch bereits nach ihrer ersten Liebesnacht wird Cressida auf Betreiben ihres Vaters gegen einen gefangenen Trojaner ausgetauscht. Im Lager der Griechen gibt sie sich, die Troilus ewige Liebe geschworen hat, allerdings bald dem brutalen Diomedes hin. Die Griechen beraten, wie der Krieg gegen Troja zu beenden sei. Bei ihnen herrscht Uneinigkeit und Verlotterung, was Ulysses vor allem Achilles zuschreibt, der sich, anstatt sich für den Krieg zu interessieren, lieber mit seinem Geliebten Patroklus amüsiert und die griechischen Helden nachäfft. Man beschliesst einen Zweikampf des Griechen Ajax gegen den Trojaner Hektor, der die Entscheidung bringen soll. Ulysses hofft auf diese Weise Achilles zu neuen Taten zu motivieren, jedoch hofft er umsonst. Hektor bricht den Kampf ab, als er hört, dass Ajax eine trojanische Mutter hat. Vergeblich mahnen die trojanische Königstochter Kassandra und Hektors Frau Andromache zum Frieden und zur Auslieferung der Helena. Troilus sieht in einer Kampfpause, wie Cressida, die er wahrhaft liebt, dem Diomedes in die Arme sinkt. Als Hektor sich am nächsten Tag waffenlos vom Kampf ausruht, wird er auf Achilles’ Befehl heimtückisch niedergemetzelt. Agamemnon glaubt mit dem Tod des Hektor den Krieg beendet, doch Äneas und der rachedurstige Troilus wollen den Kampf fortsetzen. Ätzender Hohn und tiefer Schmerz, Groteske und Tragödie verflechten sich in diesem Drama so eng ineinander, dass es zu den am meisten missverstandenen Werken Shakespeares zählt und selten gespielt wurde, ehe die Erfahrungen von zwei Weltkriegen seine erschreckende Aktualität erkennen liessen. Heldentum ist eben keineswegs nur Heldentum, sondern kann auch blutige Farce sein, die Ideale von Liebe, Ehre, Ritterlichkeit stellen nur noch eine mühsam aufrechterhaltene Fassade dar. In Wirklichkeit geht der Krieg um einen Hahnrei un
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