Wenn E.R. Curtius von einer ,Pest des Petrarkismus‘ spricht, hat er damit insofern Recht, als der Petrarkismus mit dem amor hereos auf einer (Geistes-)Krankheit beruht, die der Unerreichbarkeit des Liebesobjekts geschuldet ist und unbehandelt zum Tode führen kann. Zur Epidemie wird der amor hereos aber erst als Dichtung; denn diese Dichtung, die ihr phantasmatisches Objekt stets verfehlen muss, konstituiert nichts Geringeres als das abendländische Subjekt. Pathologisch ist das Subjekt im Abendland, weil es sich von dem transzendentalen Liebesgott Christus abkehrt und der inneren Repräsentation eines gleichermassen irdischen wie entzogenen Liebesobjekts zuwendet. Es erwächst aus einer Verschränkung von erotischem Phantasma, Sprache und Begehren, und eben diese Verschränkung stiftet eine Gattung, die es den Dichtern der Renaissance erlauben wird, sich als Gründungsväter einer Nationalkultur zu imaginieren, die entweder – wie in Italien – des politischen Korrelats ermangelt oder aber – wie in Spanien und Frankreich – das noch nackte corpus politicum erst bekleiden soll. Zugleich bietet der Petrarkismus aber auch die Matrix für Subjektivitätsentwürfe, die den Diskursen über die phänomenalen Körper widersprechen und als weiblicher oder homoerotischer Petrarkismus in der Sprache des Anderen sagen, was genaugenommen unaussprechlich ist.
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