Die Welt ist heutzutage als post-kommunistisch zu trachten einerseits, im Sinne des offiziellen Endes der Explosion des kollektiven Zorns. Daran ist verbunden die Reduktion von allem auf die individuelle Verantwortung andererseits (Neoliberalismus). Wer freiwillig oder zufällig aus diesem privilegierten Gefüge gefallen ist, wird als abnormal oder pathologisch beurteilt; entweder juristisch oder psychiatrisch schliesslich als „ein gefährliches Individuum“. Hier fehlt die systematische Auffassung von einem pathologischen Einzelnen. Ein Versuch ist daher dringend, über die Ebene des (liberal-demokratischen) Individuums hinaus, das Pathologische spekulativ zu kritisieren; nämlich statt des Individuums seitens der Krise des Systems oder der Struktur das Pathologische positiv zu demarkieren. Was heisst demgemäss (rein) pathologisch überhaupt? Es ist weder medizinisch-psychiatrische Krankheit noch vitale Kraft biopolitisch gesehen (Canguilhem, Foucault). Es geht nie um die Physik, wie problematisch das Pathologische in einem bestimmten Körper oder Organismus erscheint. Vielmehr geht es um die Meta-physik des Pathologischen sowohl als des transzendental-gemeinsamen Grundes all des Seienden wie aber auch als der Krise desselben Transzendentalen schlechthin. Daher ist diese Kategorie sowohl mit dem Grenzbegriff als auch mit der Usprungsproblematik als solches gebunden, was für immer unbestimmt in Gegenwart zurückkehrt und die Struktur in Krise geraten macht; nämlich als wirklicher Ursprung Das Pathologische als transzendentale Kategorie rückt den Fokus vom Individuum in die Struktur als Subjekt hinein. Statt der doppelten Relation des Individuums zum (pathologischen) Anderen und jenem Entfremdeten gegenüber (symbolischer) Struktur steht im Vordergrund die Beziehung der Struktur auf Krise als ihr inhärentes Anderes. Hier ist nicht mehr gültig die romantische Vorstellung, „genial-manisches Individuum jenseits der Struktur“ - z.B. Antigone. Stattdessen fokussiert es diesmal auf
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