Die Künstlerin Maja Bosshard Maja Bosshard blieb das zur Lebensbewältigung nötige Selbstverständnis versagt: Mit überscharfem Sinn für Banalitäten und falsche Töne des Alltags erlebte sie dessen (und ihre) Unzulänglichkeiten hautnah und rieb sich auf in der widersprüchlichen Sehnsucht nach Verankerung und befreiender Leidenschaft. Schreiben und künstlerisches Gestalten halfen ihr bei der Auseinandersetzung mit ihrer sensiblen, kantigen Persönlichkeit und der Welt, in der sie sich fremd fühlte, aneckte und schliesslich krank wurde. So entstanden im Laufe ihrer inneren Kämpfe Bilder, Objekte, Gedichte und Kurztexte, die ihre Gratwanderung dokumentieren und uns mit ihrem Schillern zwischen Vertraut und Unvertraut, mit ihrer Direktheit und ihrem existenziellen Gehalt in ihren Bann ziehen. Maja Bosshard hat zu Lebzeiten nur im Verborgenen gearbeitet und nichts veröffentlicht. Erst nach ihrem Tod wurden Texte und bildnerische Arbeiten entdeckt und von ihrer Schwester Ursula Sauser gesichtet. Da Maja Bosshards Werk durch seine künstlerische Aussage und durch seine Nähe zur Art Brut weit übers Private hinausweist, unternahm Ursula Sauser bald erste Schritte, um es auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Im Jahr 2000 fand im Kunstraum Aarau eine Ausstellung statt, die auf ein sehr berührtes und interessiertes Publikum stiess. Maja Bosshard wurde 1952 geboren. Sie wuchs in Wettingen im Aargau auf, besuchte dort die Schulen bis zum Lehrerseminar und wirkte als Lehrerin und Erzieherin an Primarschule, Sonderschule und in verschiedenen Heimen. Später liess sie sich zur Handweberin ausbilden und arbeitete selbstständig in diesem Beruf. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Holland trat sie eine Stelle in einem Bio-Genossenschaftsladen in Zürich an und arbeitete anschliessend als Lehrerin an der heilpädagogischen Schule in Uster. Parallel zu ihrem zunehmenden künstlerischen Schaffen zog sich Maja Bosshard immer mehr von Familie und FreundInnen zurück. Sie erkrankte und wurde
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