Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 1,1, Humboldt-Universität zu Berlin, Sprache: Deutsch, Abstract: " [...] gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben" heisst es im christlichen Glaubensbekenntnis, wo neben Jesus von Nazareth und seiner Mutter Maria als dritte Person der römische Statthalter erwähnt wird. Dass derjenige, der Jesus "den Christum" verurteilt und ihn dem Kreuzestod übergeben hat, im Credo Aufnahme gefunden hat, kann nur mit der Intention des Christentums erklärt werden, sich durch Geschichte zu legitimieren. "Pilatus war der aussenstehende Zeuge, das Gütesiegel der historischen Authentizität der Kreuzigung, das niemand anzutasten wagte", heisst es bei Alexander Demandt (1999). Auch in den Evangelien wird Pilatus als Zeuge geführt, natürlich auch als Herr des Verfahrens. Indes trug darin nicht er die Schuld an Jesu Hinrichtung, sondern die Juden, vertreten durch den Hohenpriester Joseph ben Kaiaphas und dessen Parteigänger. Eine folgenschwere Anklage, bedenkt man die weitere Geschichte. Obwohl Pontius Pilatus, der fünfte römische Präfekt der im Jahre 6 n. Chr. etablierten römischen Provinz Judäa, selbst bei ausserbiblischen Quellen wie Philo von Alexandria und Flavius Josephus Erwähnung gefunden hat, wäre er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr als eine Fussnote in der Geschichte des Judentums oder der römischen Provinzialverwaltung gewesen, hätte er nicht Jesus kreuzigen lassen. Erst durch diese Handlung fand er Einzug in die Profan- und Glaubensgeschichte der Christenheit. Im Folgenden soll sich dieser historisch zwar gesicherten, aber auch höchst umstrittenen Persönlichkeit angemessen genähert werden. Dabei soll eine kritische Wertung seiner Statthalterschaft erfolgen und mit der Frage verknüpft werden, aus welcher Intention heraus Pilatus Jesus hat hinrichten lassen. War er wirklich nur widerwillig und vom Gegenteil überzeugt dem Betreiben der wichtigs
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