GRIN Die Schuldfrage nach dem Ersten Weltkrieg
Zwischenprüfungsarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik, Note: 19/20, Université de Reims Champagne-Ardenne, Sprache: Deutsch, Abstract: Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte jeder Staat, sich wieder aufzubauen, sowohl materiell als auch moralisch. Da es zum Lager der Besiegten gehörte, stiess dennoch der vor kurzem zur Weimarer Republik ausgerufene Staat auf zusätzlichen Schwierigkeiten. Laut des Versailler Vertrags musste Deutschland seine Verantwortung anerkennen. Diese Frage der Verantwortlichkeit hat sich sehr bald in eine Frage verwandelt, die die Gemüter der Weimarer Republik entfacht hat: Die Kriegsschuldfrage. Mit dieser Frage geriet Deutschland in Zusammenstoss mit seiner jüngsten Geschichte. Sehr schnell wurden zahlreiche Publikationen aufgelegt wie das Werk eines dreiundzwanzigjährigen SPD-Mitglieds: Walter Fabian. Dieses 1925 veröffentlichte Werk, dessen Titel ¿Die Kriegsschuldfrage. Grundsätzliches und Tatsächliches zu ihrer Lösung.¿ lautet, beschäftigt sich mit der sehr umstrittenen Kriegsschuldfrage und stellt Thesen auf, die der offiziellen Forschung entgegenstehen. Selbst die Geschichte dieses Buches spiegelt die Wahrnehmungsentwicklung dieser Frage wider. Zuerst erwies es sich nämlich als der Zeuge der Leidenschaft, die die Republik ergriff ¿ das Buch war schon im Jahr seiner Veröffentlichung vergriffen. Dann wurde es aber nach der Machtergreifung Hitlers verboten. Unsere Analyse wird sich mit den Mechanismen der Geschichte der Kriegsschuldfrage beschäftigen. Man könnte sich nämlich fragen, wie tief die Kriegsschuldfrage die Geschichte der Weimarer Republik und die Geschichte Deutschlands beeinflusst hat. Zuerst wäre es interessant zu wissen, wie die Schuldfrage in der Nachkriegszeit entstand und wie sie von den Behörden behandelt wurde, das heisst wie der Versailler Vertrag einen konstruktiven Prozess verhindert hat und wie die Kriegsschuldfrage in Revisionspolitik und Propaganda verwand
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