Essay aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter, Note: 1,7, Universität Potsdam (Professur für Geschlechtersoziologie), Veranstaltung: Seminar: Gesellschafts- und geschlechterpolitische Konsequenzen des demografischen Wandels, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein Sprichwort besagt: ¿Zeit ist ein kostbares Hab und Gut.¿ Was geschieht jedoch wenn aus Termini wie ¿(freie) Zeit zur Verfügung haben¿, ¿Zeit nutzen¿ und ¿Zeit geniessen¿, negative Konnotationen entstehen, die darauf hinweisen, das ebenjene Wendungen Besonderheiten implizieren, die mit den alltäglichen Gegebenheiten kollidieren? Es entstehen Zeitnot, Zeitstress und Zeitdruck. Folglich wird Zeit problematisiert. Gleichsam einer Ressource wird versucht ihr Potenzial auszuschöpfen, indem das Individuum versucht keine Zeit verstreichen zu lassen und quasi jede Minute qualitativ zu nutzen. Hierbei kommt dem Begriff `Zeitmanagement` eine tragende Rolle zu, um zu signalisieren und vielleicht auch zu suggerieren, dass der Mensch fähig ist, die Zeit, mit ihrem metaphysischen Seinsgehalt, nach seinem/ ihrem Lebenskontext zu kontrollieren, form- und gestaltbar zu machen. Ausgehend von diesem (Zeit-)Verständnis schliesst sich für das einzelne Individuum eine Betrachtung der einzelnen Lebensbereiche und ¿abschnitte mit ihrem (Zeit-)Umgang an. Insbesondere in industriellen Gesellschaften finden sich zwei Bereiche, die miteinander verschlungen sind und sich zusehends in Konkurrenz zueinander befinden: Arbeit und Familie. Im Zuge des demografischen Wandels, bedingt durch den Rückgang der Geburtenraten und die Steigerung der Lebenserwartung, setzt ein Paradoxon ein: Der Mensch hat statistisch gesehen mehr Lebenszeit zur Verfügung und scheint gerade mit diesem Zeitgewinn gesellschaftlich mehr unter Zeitdruck zu stehen; sodass ¿Familien-, Arbeits-, oder Verkehrszeiten ¿ divergierende Zeitanforderungen und -bedürfnisse [...] immer schwieriger ausbalanciert werden [können].¿1 Das
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