Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutsches Seminar), Veranstaltung: Hauptseminar "Heinrich von Kleist", Sprache: Deutsch, Abstract: Zu Beginn der Novelle trifft der Leser auf eine im Einklang lebende Familie, bald muss er jedoch feststellen, dass diese Einheit -einer Fassade gleich- so schnell zerstört wie aufgebaut werden kann. Der zweifelhafte und unbeständige Charakter der dargestellten Familie, der sich nach der Aufnahme des kleinen Nicolo immer deutlicher manifestiert, führt letztendlich zu einer versuchten Vergewaltigung und einer brutalen Mordszenerie. Der Rezipient gewinnt beim unkritischen Lesen schnell den Eindruck, dass Kleists Findling die Geschichte eines jungen Mannes namens Nicolo erzählt, dessen Charakter sich im Handlungsverlauf als durch und durch boshaft entpuppt. Damit wäre auch die Frage nach der Schuldigkeit an der Gewaltentwicklung eindeutig geklärt: Nicolo, das Findelkind, dankt seinen Adoptiveltern die freundliche Aufnahme in den Kreis der Familie mit Hass und Gewalt. Diese negative und einseitige Einschätzung des Protagonisten ergibt sich vor allem aus den zahlreichen Bewertungen des Erzählers, die der Leser schnell geneigt ist zu übernehmen. Bis in die 1970er Jahre wurde in der Forschung die Ansicht vertreten, dass Nicolo das absolut Böse verkörpere. Erst in den 80er Jahren wurde diese Auffassung hinterfragt und Nicolo wurde vom Status des ewigen Sündenbocks befreit. Jürgen Schröder diskutiert in seinem Aufsatz Kleists Novelle . Ein Plädoyer für Nicolo die Frage, ob eine klare Schuldzuweisung überhaupt von Kleist intendiert war. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass die Mehrdeutigkeit ein typisches Merkmal für den kleistschen Stil ist, erhält die Anzweiflung der Hauptschuldigkeit Nicolos erst recht eine Berechtigung. Ist es überhaupt möglich, eine spezifische Quelle, z.B. ein bestimmtes Ereignis, für das gewaltvolle Ende auszumachen
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