Studienarbeit aus dem Jahr 1997 im Fachbereich Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik, Note: sehr gut, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Zeichentheorie, Sprache: Deutsch, Abstract: Schon seit der griechischen Antike gibt es die Lehre von den Zeichen. Auch der Terminus Semiotik wird seitdem verwendet, um diese zu bezeichnen. Die Vorsokratiker, die Sophisten und Platon entwickelten erste semiotische Untersuchungen und Entwürfe, welche von Aristoteles fortgesetzt und systematisiert wurden. Weitere erweiterte Zeichenkonzeptionen finden sich bei den Stoikern, bei den Epikureern, bei Augustinus, bei der mittelalterlichen Scholastik und bei den Philosophen des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Zeichenlehre war demnach während der gesamten Philosophiegeschichte Gegenstand philosophischer Untersuchungen. Den Stellenwert einer selbständigen Wissenschaft erlangte die Semiotik dann im 19. Jahrhundert durch den amerikanischen Logiker, Mathematiker, Naturwissenschaftler und Philosophen Charles Sanders Peirce. Peirce, der als Hauptbegründer der modernen Semiotik gilt, war der Überzeugung, dass die Semiotik als Fundamentalwissenschaft Grundlage sei für Logik und Ling uistik. Dieser hohe Stellenwert der Semiotik bei Peirce ist leicht einzusehen, wenn man eine grundlegende These seiner Theorie betrachtet: Denken ohne Zeichen sei nicht möglich, alles Denken sei notwendig ¿Denken in Zeichen¿ (C. P.: 5. 251). Der Universalitätsanspruch der Semiotik war für Peirce aber nicht nur von wissenschaftlicher Bedeutung. Aus folgender autobiographischer Notiz lässt sich entnehmen, dass Peirce auch im alltäglichen Leben von der ständigen Präsenz zeichentheoretischer Erwägungen vereinnahmt war: It has never been in my power to study anything,- mathematics, ethics, metaphysics, gravitation, thermodynamics, optics, chemistry, comparative anatomy, astronomy, psychology, phonetics, economic, the history of science, whist, men and women, wine
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