Die Arbeit rekonstruiert die theoretische, soziale und institutionelle Entwicklung der Pädagogik im Nachkriegsdeutschland und geht dazu von der Genese des Faches seit 1900 aus. Neben den Landesbehörden / Kultusministerien, den Universitäten und ihren Fakultäten entscheiden nun die politischen und kulturellen Ambitionen der Besatzungsmächte über den Fortgang der Disziplin. Unbeschadet dessen werden Spuren verwischt, falsche Genealogien konstruiert und demokratische Ansätze unterdrückt – erneut dominierte die in der Weimarer Zeit erstarkte geisteswissenschaftliche Pädagogik. Die Wissenschaftspolitik der Granden des Fachs – Spranger, Nohl, Litt – ging nach 1945 einher mit einer Provinzialisierung der Disziplin. Fallstudien zeichnen den prekären Umgang mit Emigranten nach, die Situation der Akademikerinnen und die Berufungspolitik an den „alten“ Universitäten der französischen Besatzungszone Tübingen und Freiburg im Vergleich zur Neugründung in Mainz sowie in dem von Frankreich verwalteten Saarbrücken. Das Buch basiert auf Quellenforschung in über 20 Universitätsarchiven, in Staats- und Landesarchiven, Kultusministerien, in Bundesarchiven und in den Archiven der Französischen Besatzungsmacht.
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