Descartes' Ideentheorie ist in der neueren Forschung immer wieder als Ausgangspunkt des neuzeitlichen "way of ideas" dargestellt worden, der in einen verhängnisvollen Repräsentationalismus mündet. Denn Cartesische Ideen scheinen so etwas wie mentale Objekte in einer "inneren Arena" zu sein. Da wir nur zu diesen mentalen Objekten einen unmittelbaren Zugang haben, können wir höchstens auf die Existenz äusserer Objekte schliessen, wir können sie aber nie unmittelbar erkennen. Stets sind wir in unserer inneren Arena gefangen. Gegen diese weit verbreitete Auffassung argumentiert diese Studie, dass Descartes' Ideentheorie im Rahmen einer Theorie der Intentionalität zu verstehen ist: Ideen sind nichts anderes als intentionale Akte, die im Normalfall auf äussere Objekte gerichtet sind und diese Objekte zum Inhalt haben. In der Cartesischen Ontologie gibt es keinen Platz für mysteriöse innere Objekte, die sich gleichsam zwischen den Geist und die äusseren Objekte schieben. Freilich stellen sich dann sogleich die Fragen, (i) wie geistige Akte überhaupt auf Objekte gerichtet sein können, (ii) wie der Inhalt dieser Akte zu bestimmen ist und (iii) wie wir mittels intentionaler Akte eine korrekte Erkenntnis der Aussenwelt gewinnen können. Diesen Fragen geht die Studie in ausführlichen Text- und Argumentationsanalysen nach. Sie verdeutlicht, dass im Zentrum der Cartesischen Lehre die These steht, dass wir ganz bestimmte Ideen - nämlich klare und distinkte - benötigen, um wahre Urteile über die äusseren Objekte bilden zu können. Es wird gezeigt, dass Descartes sich dabei durchaus an die traditionelle korrespondenztheoretische Wahrheitsauffassung anlehnt, jedoch in Abgrenzung gegenüber der Tradition das Problem der Wahrheitskriterien in den Mittelpunkt stellt. Dabei wird die Cartesische Theorie einerseits im historischen Kontext dargestellt (besondere Beachtung wird dabei dem mittelalterlichen Hintergrund geschenkt), andererseits werden aber auch Bezüge zur gegenwärtigen analytische
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