Die USA waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Vorreiter in den Bestrebungen der Verregelung internationaler Probleme im Rahmen multilateraler Institutionen. GATT, WTO, NATO und allen voran die UNO sind erfolgreiche Beispiele multilateraler Kooperation in der Nachkriegszeit und haben bis heute nichts an politischer Bedeutung eingebüsst. Die Vorreiterrolle der USA in diesen Institutionen ist jedoch zuletzt einer zögerlichen und ambivalenten Grundhaltung gewichen - die USA fallen verstärkt durch Alleingänge auf. Ist das Zeitalter des Multilateralismus nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes abgelaufen? Die US- Aussenpolitik der letzten zwei Jahrzehnte gibt auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Vielmehr zeigt insbesondere die amerikanische Haltung zum Kyoto-Protokoll und zum Internationalen Strafgerichtshof, dass sich die USA zwar grundsätzlich zu multilateraler Kooperation bereit zeigen und an den Verhandlungen mitwirken. Den Schritt der Selbstbindung gehen sie jedoch immer häufiger nicht mehr mit. Kann man diese Aussenpolitik noch als Multilateralismus bezeichnen? Dieser Frage geht die vorliegende Arbeit mit theoretischen und fallspezifischen Analysen nach.
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