Der Wahlabend mit seinen Auftritten, die auf ihn folgenden Auftritte von Politikern in den diversen Fernsehsendungen aber auch die massive Kritik an den Medien von Seiten der amtierenden Regierung haben gezeigt, mit welch aktuellem Thema sich das neue Valerio-Heft der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auseinandersetzt. Der Herausgeber Gustav Seibt sieht in der politisierenden Talkshow à la Christiansen und Co. den Schatten der parlamentarischen Debatte und macht eine Veränderung der Formen politischen Sprechens durch das Fernsehen in den letzten Jahren aus. Um dieses Phänomem von verschiedenen Seiten zu ergründen, hat er einen prominenten Kreis von Schriftstellern und Journalisten gefunden, die beim Blick auf »Talk und Politik« sarkastische Beschreibungen mit glasklarer Analyse verbinden und so einen anregenden Blick auf ein altes Thema bieten. Dabei geht es insgesamt nicht um ein kulturkritisches Lamento, sondern vielmehr um die Vergegenwärtigung medialen Einflusses und die Verteidugung journalistischer Professionalität. Gustav Seibt erinnert an Max Webers wütende Kritik am »Literaten« als Hauptträger des Demagogischen im Ersten Weltkrieg — Joachim Helfer verfolgt die Figur des politisch engagierten Autors in Deutschland bis zu ihrem Verblassen in seiner eigenen Generation — Georg M. Oswald blickt zurück auf den Kampf zwischen BILD-Zeitung und deutschen Schriftstellern — Burkhard Müller befasst sich mit dem Fernsehen, seinen Wirkungen und seiner Kritisierbarkeit — Burkhard Spinnen und Christian Bommarius beobachten »Experten« und Politiker bei »Christiansen« — Kurt Kister untersucht die Auswirkung des aktuellen Kommunikationsumfeldes auf die Figur des Berufspolitikers — Martin Mosebach zeigt, was der Wechsel des »Sitzes im Leben«, den massenmediale Verbreitung der politischen Rede zumutet, bewirken kann — Eckhard Fuhr bricht eine Lanze für den Populismus — Jens Jessen beleuchtet die zerstörerische Wirkung des Überziehens plebiszitärer Elemente — Joachim F
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